Schloss Esterháza im Haydn-Jahr 2009
Eine 2-Tages-Reise ins Burgenland und nach Ungarn.
Schon kurz vor sieben verliessen wir Wien mit Sack und Pack mit dem Zug Richtung Sopron/Ödenburg. Strahlender hätte der Tag nicht sein können. Um 8 Uhr waren wir bereits in Ungarn und erkundeten die ehemalige burgenländische Hauptstadt mit dem Rad. Die Altstadt hat schmucke barocke Bürgerhäuser, stattliche Gebäude aus der Gründerzeit, eine gotische Hauptkirche und schöne Plätze. Gerne würde man schnell eine Zeitreise zurück in die Monarchie machen!
Das Café „Randevú“ bot gute Stärkung! (Diese Nusskipferl…. die dann gleich auch schon alle weg waren….).
Dann ging’s los Richtung Deutschkreutz, Strecke ca. 15 Kilometer. Durch die schönen Dörfer Haka und Kópháza gelangten wir auf dem „Iron Curtain Trail“ zu den riesigen Anlagen an der Grenze zu Österreich. Zum Glück stehen sie nun wie Geisterstädte in der Landschaft. Man kann es sich wirklich nicht mehr vorstellen, wie es vor gut 20 Jahren dort gewesen sein muss. Was für ein grosses Gefühl, dass man die Grenze nun einfach so – ohne nichts – passieren kann.
Das tolle Schwimmbad in Deutschkreutz hatten wir dann ganz für uns – ein Privatpool mit vier Angestellten. Die Erfrischung war gut in der Sommerhitze. Die Unterkunft im Ort selber hatten wir schon im Vorfeld organisiert – das Hotel Schreiner können wir mit gutem Gewissen empfehlen.
Im Burgenland gibt es aber auch ganz andere Erfrischungen. Eine kurze Verkostung machten wir im Weingut Gesellmann. Mmmh! Richtig los ging es aber erst im Keller der örtlichen Vinothek – 40 Winzer werden im Vinatrium präsentiert. 2x Mmmmmmh! Die Entdeckung des Tages: die Weine von Hufnagel!
Danach konnten wir uns nur mehr im Hotel ausruhen.
Denn schliesslich ging es ja gegen Abend in Richtung Lackenbach und Festival „Weinklang“– 15 Kilometer, immer leicht aufwärts – und das in der warmen Nachmittagssonne. Zufälligerweise lag das Weingut Hufnagel in Neckenmarkt am Weg… eine Pause machen muss man ja auf jeden Fall, oder?! Die Winzerin Anna Hufnagel hat uns viel erzählt und einiges probieren lassen. Nur mit Wein geht es nun natürlich auch nicht. „Kleine“ burgenländische Portionen füllten uns den Magen in der Anna-Schenke, Rathausgasse 23, ebenfalls in Neckenmarkt.
Glücklicherweise waren es dann nur noch 8 Kilometer bis Lackenbach. Der schöne Garten von Schloss Lackenbach war der geeignete Rahmen für das Open-Air-Konzert des Festivals „Weinklang“ am lauen Abend. Der Empfang des Landeshauptmanns mit opulentem Buffet vor dem Konzert war auch nicht zu verachten – es gab ja einige Insider, die – so hatte man jedenfalls das Gefühl – den Umfang des Gebotenen erahnt und tagelang nichts gegessen hatten, um sich dann auf die wohl gefüllten Platten stürzen zu können.
Das Konzert fand seinen krönenden Abschluss mit der Feuerwerksmusik von Händel mit richtigem Feuerwerk. Das Geknalle übertönte zwar zum Teil die Musik, einige Musiker hatten ab und zu Angst, selber abgefackelt zu werden und konnten sich nicht mehr auf die Noten konzentrieren, dazu hüllte Nebel den ganzen Park ein – aber es war toll!
Zum Glück ging es dann auf der Heimfahrt mit dem Rad nur noch bergab…. Den burgenländischen Sternenhimmel kann man nicht beschreiben!
Recht zeitig ging es an nächsten Morgen wieder zurück nach Kópháza, wieder durch die Geister-Zollanlagen…. Nach einem kurzen Abschnitt auf einer stark befahrenen Strasse, gab es einen guten Fahrradweg, der uns bis Fertöd (Gesamtstrecke Deutschkreutz-Fertöd ca. 30 Kilometer) erhalten bleiben sollte. Der Blick vom Hügel auf die pannonische Ebene und den Neusiedlersee bleibt unvergessen. Das Schloss Esterháza erreichten wir gleich von hinten durch den Schlosspark. Das einzige, das ich während der ungarischen Führung in Begleitung einer riesigen ungarischen Schulklasse verstand, war Ferenc Istvan – Franz Stephan – der Gemahl von Maria Theresia. Ein Informationsblatt in Deutsch, das wir an der Kasse mit auf den Weg bekommen hatten, half beachtlich! Schloss und Park sind auf jeden Fall eine Reise wert, die Vorderseite des Schlosses ist auch bereits sehr schön renoviert, es ist ja schliesslich auch Unesco-Weltkulturerbe.
Rad fahren, Schloss besichtigen – da hat man sich doch ein gutes Mittagessen verdient. Das Esterházy-Schnitzel im Restaurant Grácia in Fertöd ist sehr zu empfehlen. Der Chardonnay aus der Gegend kam zwar warm auf den Tisch, dafür war der Soproni Kékfrankos (Soproner Blaufränkisch) schön gekühlt und leicht – also wunderbar bekömmlich.
Da war es göttliche Vorsehung, dass uns der Rückenwind die letzten 8 Kilometer fast wie von selbst nach Pamhagen getragen hat.
Burgenland, wir kommen wieder!